Die ZUKUNFT des GOLFSPORTS
Ein Herz für Kinder im GC Bad Abbach-Deutenhof
Im Golf ist die Kinder- und Jugendarbeit essenziell für die Zukunft der Clubs. Denn sie verwandelt die oftmals als „Altherren-Sport“ belächelte Bewegung auf dem Platz zum Familiensport und sichert Mitgliederzahlen. Dabei fördert das Training mit Schläger und Ball nicht nur die Konzentration und die körperliche Fitness, sondern auch die soziale Kompetenz.
Eine strukturierte Nachwuchsförderung, zum Beispiel durch den BGV-Jugendförderpreis, sichert den Bestand der Golfanlagen. Diese beinhaltet unter anderem Aspekte wie die soziale persönliche Entwicklung der Kinder. Sie sollen durch das Golfen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Rücksicht zu nehmen und ihre Emotionen zu kontrollieren.
Golf Faszination & Lifestyle hat sich von der Kinder- und Jugendarbeit des GC Bad Abbach-Deutenhof selbst ein Bild gemacht und mit den beiden Jugendwarten Roland Lechner und Carolin Danner über das dortige Konzept gesprochen.
Wie sind Sie beide zum Golfsport gekommen?
Roland Lechner: Ich spiele bereits seit circa 20 Jahren Golf. Dazwischen habe ich allerdings mal rund zehn Jahre „Babypause“ gemacht. 2020 hat mein Sohn mit dem Fußballspielen aufgehört und ist zum Golfsport gewechselt. Seitdem bin auch ich wieder voll aktiv. Jugendwart bin ich seit 2025.
Carolin Danner: Bei mir war es umgekehrt. Mein Sohn Theo hat vor einigen Jahren mit dem Golfspielen angefangen und dadurch habe ich auch meine Begeisterung für diesen Sport entdeckt. Heute freue ich mich sehr, gemeinsam mit Roland die Jugendarbeit aktiv mitzugestalten.
Wie viele Kinder und Jugendliche betreuen Sie aktuell?
Roland Lechner: Aktuell sind es circa 70 Kinder und Jugendliche, wobei der Nachwuchs bei den Mädchen noch ausbaufähig ist.
Welche Trainingseinheiten bieten Sie für die Kinder und Jugendlichen an?
Carolin Danner: Wir haben das einstündige Training für die jüngeren Kinder. Unsere Leistungsgruppen, also die Spieler im Bayerischen Mini Team Cup und in der Bayerischen Jugend Liga, absolvieren zweimal pro Woche ein zweistündiges Training.
Wie motiviert man Kinder und Jugendliche beim Golfen?
Roland Lechner: Wir haben ein gutes Trainerteam. Oliver Banse-Cabus ist nicht nur ein ausgezeichneter Golflehrer, sondern auch Mitglied im Prüfungsausschuss der PGA of Germany. Außerdem hat er die höchste Graduierung bei der PGA of Germany G1 Masterprofessional. Er kann den Kindern also gezielt zeigen, worauf sie achten müssen und wie sie besser werden können. Auch unser Pro-Azubi Marvin Eickhölter macht einen hervorragenden Job und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsarbeit.
Carolin Danner: Wir sind beide von Beruf Lehrer und ich forciere auch Schulgolf. Das gemeinsame Golfen fördert die Bewegung und den Zusammenhalt. Das versuchen wir, den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Wir machen da weiter, wo schon diverse Jugendwarte vor uns die Grundlagen gelegt haben, die wir auf diesem Niveau unbedingt weiterführen möchten.
Roland Lechner: Man muss überhaupt sagen, dass der Support hier im Club großartig ist. Der Vorstand unterstützt uns persönlich und finanziell. Und auch die Eltern ziehen mit, zum Beispiel mit Fahrdiensten und Kuchenspenden. Das hilft uns ungemein, dass hier alle so zusammenhalten. Und das merken auch die Kinder.
Wie schaffen Sie es, dass die Kinder am Ball bleiben?
Carolin Danner: Ganz einfach: Wir fördern und motivieren sie. Wir fordern ihr Talent mit gezielten Trainingsmaßnahmen heraus, damit sie stolz auf sich und das Erreichte sein können. Aber immer auf einer Ebene, bei der der Spaß nicht zu kurz kommt. Da gibt es auch ganz tolle Turniere wie das Charity-Event Bananenflanke, das geistig beeinträchtigte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unterstützt, die vorwiegend Fußball spielen. Und es gibt den Mini Team Cup für die Kleinen.
Roland Lechner: Unsere beliebten Feriencamps bilden zudem einen festen Bestandteil des Jahresprogramms. Zum Abschluss können die Kinder und Jugendlichen in einem Turnier zeigen, was sie gelernt haben, und erleben dabei Teamgeist, Ehrgeiz und Erfolgserlebnisse hautnah.
„Das gemeinsame Golfspielen fördert nicht nur die Bewegung, sondern auch den Zusammenhalt.“
ZWEI JUGENDSPIELER UND IHRE ZIELE:
Laurin Herbst (15) spielt seit 2020 beim CG Bad Abbach-Deutenhof. Golf Faszination & Lifestyle hat ihn zu seinen Zielen befragt.
Laurin, wann und wie bist Du zum Golfsport gekommen?
Laurin Herbst: Das erste Mal habe ich mit vier Jahren in Irland gespielt.
2020 habe ich dann hier beim GC Bad Abbach ein Sommercamp mitgemacht und bei Astrid Kohlwes die Platzreife absolviert. Das hat mir sofort richtig gut gefallen und daher habe ich dann während Corona überlegt, ob ich lieber mit Golf oder Karate weitermache. Da der Golfplatz in der Nähe liegt und ich auch gleich das erste Kinder-4-Lochtunier gewonnen habe, war klar dass für mich Golf der richtige Weg ist. Seit 2021 spiele ich in der Mannschaft mit.
Du bist sehr ehrgeizig. Wie unterstützen Dich Deine Eltern?
Meine Eltern fahren mich zu den Turnieren. Sie haben durch mich dann auch das Golfspielen angefangen. Am Wochenende spielen wir gemeinsam.
Hast du auch andere Interessen außer Golf?
Im Winter Skifahren in Südtirol. Und Wandern ist auch eines meiner Hobbys, vor allem in Südtirol.
Was ist Dein Ziel beim Golfsport?
Ein Single Handicap wäre schon sehr schön, aber ich versuche dieses Jahr auf ein HCP von zehn bis zwölf zu kommen. Mein Lieblingsschläger ist das 3er-Holz. Putten ist bei mir ausbaufähig. Da hilft es nicht viel, wenn du einen tollen Abschlag machst und dann beim Putt drei Schläge benötigst, bis er im Loch ist.
Hast du ein Idol im Golfsport?
Mein absolutes Idol ist Rory McIlroy. Für mich ist er der Beste Profigolfer.
Er hat zweimal hintereinander das US Masters gewonnen. Seine mentale Stärke ist einfach mega. Seine Konstanz und die weiten Abschläge… Er ist der Beste Golfer aller Zeiten.
Welche Golfplätze hast Du schon gespielt?
Wir waren in den letzten Jahren sehr häufig in England, und da habe ich beim Leeds Castle Golf Club gespielt. Das ist mein Lieblingsgolfplatz. Die Kent-Parklandschaft rund um Leeds Castle bietet sowohl herausfordernde als auch spektakuläre Löcher von Anfang bis Ende. In Bayern war ich mit der Mannschaft auch schon auf verschiedenen Golfplätzen.
Willst Du Golf als Hobby weiter betreiben oder strebst Du den Weg in den Profigolfsport an?
Also das hängt von meinem Abitur ab. Es ist schon sehr aufwendig, in den Profigolfsport einzusteigen. Da meine Eltern Ärzte sind, wird mein Weg vermutlich eher in diese Richtung gehen. Naturwissenschaften liegen mir sehr gut. Ich könnte mir auch vorstellen, hier beruflich einzusteigen.
Nachwuchstalent Florian Lechner (16) ist der Sohn von Jugendwart Roland Lechner. Auch mit ihm hat Golf Faszination & Lifestyle gesprochen.
Florian, Golf ist kein Breitensport wie Fußball. Warum hast du gewechselt?
Florian Lechner: Meine Eltern und meine Großeltern spielen seit über 20 Jahren Golf. Bei einem Training habe ich den Schläger in die Hand genommen und es hat mich sofort gecatcht. Das war 2020. Im Nachgang muss ich sagen, dass das Ruhige an diesem Sport besser zu mir passt. Ich habe es nicht bereut, mit dem Fußball aufzuhören und dafür Golfsport zu betreiben.
Du hast aktuell ein Single-Handicap von 3,4. Wie hast Du das erreicht?
Ich fand es schon immer schön, an sich selbst zu arbeiten und sich stetig zu verbessern. Allerdings war ich nicht verbissen, das Single-Handicap zu erreichen. Ich spiele einfach das beste Golf, das ich spielen kann, und schau, dass ich so vorwärtskomme. Die Strategie ist aufgegangen.
Welche Turniere hast Du schon gewonnen?
Die letzte Clubmeisterschaft der Jugend beim GC Bad Abbach und zweimal die Junior-Clubmeisterschaft. Außerdem war ich erster der Rangliste der Bayerischen Jugend Liga 2025 (AK 16) und Gewinner mehrerer Clubturniere.
Wo sind Deine Stärken beim Golf?
Ich bin mental sehr stark. Und strategisch bin ich ein sehr präziser Spieler – insbesondere beim kurzen Spiel. Mein Spiel ist insgesamt sehr konstant. Wenn ich mich mit noch besseren Spielern vergleiche, wäre vielleicht die Länge vom Tee noch ausbaufähig. Mit jedem Zentimeter, den ich wachse, und jedem Kilo, das ich noch zunehme, werden auch die Längen noch besser.
Wie oft spielst Du pro Woche?
Im Sommer bestimmt sechsmal die Woche. Im Winter habe ich mich sehr auf die Athletik fokussiert, um eben noch meine Physis zu verbessern. Wir haben bei uns im Garten ein Putting Green aufgebaut, das mir im Winter auch weitergeholfen hat.
Welche Idole hast Du im Golfsport?
Wer mich über die Jahre sehr beeindruckt hat, ist Tommy Fleetwood. Er ist ein sehr konstanter Spieler. Es hat mich riesig gefreut, dass er im letzten August die PGA Tour Championship gewonnen hat. Er ist ein wahnsinnig sympathischer Typ. Als deutscher Spieler Matti Schmid natürlich.
Bei welchen Turnieren warst du im vergangenen Jahr dabei?
Unter anderem bei der Bayerischen Meisterschaft, dem Qualifikationsturnier für die Deutsche Meisterschaft und bei der Clubmeisterschaft.
Welchen Golfplatz in Bayern findest Du besonders gut?
Der Golfplatz Am Habsberg mit seinen Bunkern ist eine Herausforderung. Der Platz ist architektonisch sehr gut angelegt und wunderschön.
Was ist dein Ziel im Golfsport?
Mein Ziel ist es, in den USA zu studieren und für ein College-Team zu spielen. Dafür werde ich im Winter ein halbes Jahr nach Spanien gehen – in eine Golfakademie, die mich bestens, so hoffe ich zumindest, auf zukünftige Aufgaben vorbereitet. Wenn es mit den USA nichts wird, werde ich in Deutschland Jura studieren.