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© Christian Muehlbauer

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Für die Golfplatzpflege von morgen

Wer einen Garten hat, weiß, wie schwierig es ist, seinen Rasen frei von Unkraut zu halten. Viele resignieren irgendwann vor Löwenzahn, Klee und Gänseblümchen oder sie holen sich die chemische Keule. Wie schwierig muss also erst die Golfplatzpflege sein? Wo Unkraut, Schnitthöhen, Schnittmuster und landschaftliche Unebenheiten aufeinandertreffen? Dazu die Roughs sowie die Bäume und Sträucher auf der weitläufigen Anlage und um die Wasserhindernisse.

Dorothee und Olaf Gühring sind seit Silvester 2022 Eigentümer der Golfanlage Bergkramerhof bei Wolfratshausen. Sie haben sich des Golfplatzes angenommen, ohne ihn vorher gesehen zu haben. „Es war eine große Katastrophe“, sagt Olaf Gühring. „Hier war so ziemlich alles kaputt, was man kaputt machen konnte.“ Der Platz ungepflegt, die Gebäude marode.

Keine Chance für Pestizide
Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind gerade auf dem Golfplatz ein großes Thema. Beim Bergkramerhof umso mehr, weil Teile der Anlage innerhalb eines Wasserschutzgebietes liegen und sich damit der Einsatz jeglicher Pestizide verbietet. „Das war das Einzige, was wir vorher wussten“, sagt Gühring. Was also tun? Die beiden haben sich an einen Profi gewandt. „Wir sind jetzt eine Testanlage für die Greenkeeping-Technik der Zukunft.“ Der Headgreenkeeper des Clubs, Thorsten Cramer, begegnete Unkraut und Gestrüpp erst einmal mit Handarbeit, Nachsäen und Sand. Doch jetzt werden auf der Anlage Maschinenprototypen sowie Pflege- und Düngemittel getestet, die normalerweise noch gar nicht im Einsatz wären. Statt eines Greenkeeping-Teams mit Sichel- und Spindelmäher übernehmen Mähroboter den Grasschnitt. Mit Erfolg: Inzwischen sind die Fairways der 18-Loch-Anlage top gepflegt und kaum wiederzuerkennen.
„Die Qualität des Rasens ist sehr, sehr viel besser mit dem autonomen Mähen und gleichzeitig haben wir keine Lärmbelästigung mehr durch Verbrenner“, sagt Gühring. „Die Geräte fahren 24/7 und stören auch nicht.“

Neuer Ansatz der Golfplatzpflege
Der Bergkramerhof zählt mit seiner neuartigen Golfplatzpflege ohne Pestizide laut Gühring zu den ökologischsten Golfplätzen Deutschlands. Dazu kommt Grüner Strom, denn die Energie für die Roboter sowie für alle anderen Greenkeepingmaschinen und Fahrzeuge des Clubs kommt vom Dach. Das senkt nebenbei auch die hohen Energiekosten. „Wir wollen CO2-neutral werden“, sagt Gühring. Es bringe nichts, auf Pestizide zu verzichten und alles andere so zu machen wie andere Clubs. Alle Mitarbeiter fahren hier elektrisch oder hybrid, in der Gastronomie des Bergkramerhofs wird ausschließlich bio und regional aufgetischt. „Die Nachhaltigkeit geht bei uns bis in den Proshop, wo alle Produkte und ihre Preisschilder ökologisch und zertifiziert sind“, sagt Gühring. Für Gäste wurden zudem zwölf E-Ladesäulen installiert. Aufgrund des hohen Engagements für Natur um Umweltschutz war die Teilnahme am Programm „Golf und Natur“ des Bayerischen Golfverbands nur folgerichtig. Etwas, das auch die Mitglieder des Golfclubs Bergkramerhof – mittlerweile sind es ca. 700 – schätzen.

Mehr Infos: www.bergkramerhof.com

von Dr. Marina Jung

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