HIGH-TECH für raschen erfolg
PASSENDE SCHLÄGER ERLEICHTERN DEN EINSTIEG INS GOLFSPIEL
Der Golfschwung eines Profis sieht mühelos, gar einfach aus. Kraft, Präzision und Schwungtechnik vereinen sich zu einem eleganten Abschlag. Dieser Eindruck löst sich ganz schnell in Luft auf, wenn Golfneulinge, liebevoll Rabbits genannt, selbst auf der Driving Range stehen. Ein komplexer Bewegungsablauf, der Stand zum Ball, der Moment, wenn der Schlägerkopf mit einem lauten Knall den Ball beschleunigt – das sorgt für eine gehörige Portion Adrenalin im Körper.
Nehmen sich Einsteiger das Profi-Golfbag zum Vorbild, machen sie sich das Spiel besonders schwer. Der Start in den Sport gelingt mit einer reduzierten Anzahl von Schlägern leichter. Auch bei der Auswahl der Schläger und der Bandbreite unterschiedlicher Hersteller ist gute Beratung gefragt. Die Wahl des Schlägers hängt von den individuellen Fähigkeiten und Vorlieben, von der Körpergröße und dem eignen Stand ab – und natürlich von den Bedingungen auf dem Platz.
„Fehlerverzeihende Golfschläger“ sind für diesen Zweck entwickelt. Nichts geht über saubere Schlagtechnik, doch Hobbyspieler, die den Sport lieben, jedoch wenig Zeit mitbringen, werden mit diesen bei einem unsauberen Treffer eher mit einer geraderen, höheren und weiteren Flugkurve belohnt. Mehr Loft, ein größerer Sweet Spot, ein höheres Trägheitsmoment (MOI) oder ein tieferer Schwerpunkt machen fehlerverzeihende Schläger aus. Das Spiel profitiert vom verbesserten Treffpunkt, höherer Schlägerkopfgeschwindigkeit oder einfacherer Spieltechnik.
Wir stellen drei Alternativen für das Golfbag vor:
Mini-Driver statt Driver
Seit Tommy Fleetwood 2025 beim Ryder Cup in Rom seinen Mini-Driver auf das Grün eines kurzen Par-4s bugsierte und damit die Hoffnung des USA-Teams auf einen Sieg im Keim erstickte, ist der Hype um den Mini-Driver im Mainstream der Golfwelt angekommen. Doch, während die Profis den Mini-Driver als Ersatz für das 3er-Holz nutzen, kann es für Amateure Sinn machen, den Driver durch seinen „kleinen Bruder“ zu ersetzen. Mehr Loft erzeugt in der Regel mehr Spin, was wiederum die Links- Rechts-Streuung reduzieren kann. Niedriger aufgeteet, spielt man fast wie mit einem Eisen. Auf engen Bahnen bringt diese Präzision oft den entscheidenden Vorteil, für den man Einbußen in der Schlagweite hinnehmen kann.
EINE OPTION, WENN
- der Treffer mit dem normalen Driver sehr inkonsistent ist, oft zum Slice führt.
- der Eisenschlag sich besser anfühlt als der Driver.
- die Länge des Abschlags nicht das größte Problem ist.
KLASSISCH SPIELEN, WENN
- der Driver den Ball bereits gut in der Aufwärtsbewegung trifft.
- ein großer Schlägerkopf ein gutes Gefühl gibt.
- die Distanz vom Tee wichtig ist.
Mini-Driver zählen zu den Hölzern. Ihr Kopf ist mit 280 bis 340 Kubikzentimetern (cc) deutlich kleiner und aerodynamischer als ein Driver mit 460 cc, ihre Schaftlänge liegt zwischen Driver und Fairwayhölzern. Die flachere Unterkante eignet sich auch für einen Abschlag ohne Tee, verzeiht aber Fehler eher als ein Fairwayholz. Hersteller wie Titleist, Callaway und TaylorMade bieten Modelle mit verschiedenen Lofts an, die zum Teil über einen verschiebbaren Schwerpunkt verfügen.
Holz 7 & 9 statt langer Eisen
Wer schon mal ein langes Eisen an einem kalten Morgen dünn getroffen hat, weiß, dass es Besseres gibt im Leben. Für Rabbits sind Fairwayhölzer mit hohem Loft wegen ihrer niedrigeren Schwunggeschwindigkeit eine echte Alternative: Holz 7 zu Eisen 3/4 und Holz 9 zu Eisen 4/5. Der größere Schlägerkopf erhöht das Treffmoment, der zusätzliche Loft bringt mehr Höhe. Der im Vergleich zum Eisen längere Schaft und die etwas höhere Masse bringen mehr Weite. Der Ball landet etwas steiler auf dem Grün und bleibt schnell liegen. Mit einem Loft ab 21 Grad kann man mit einem 7er- oder 9er-Holz sogar aus moderatem Rough gut spielen, solange der Schlägerkopf sich nicht verfängt.
EINE OPTION, WENN
- das Treffmoment mit langen Eisen nicht konstant ist.
- Distanz ein wichtiger Faktor ist und aufgrund der Technik Bälle mit Eisen 5 und 6 nicht länger fliegen als Eisen 7, sondern eher kürzer.
KLASSISCH SPIELEN, WENN
- das Eisenspiel gut und sicher klappt.
- der Schwung einen sehr steilen Eintreffwinkel hat.
- die Schlagweite bei langen Eisen 3 bis 5 gegenüber Eisen 6/7 nicht mehr abfällt.
Smart, präzise, innovativ: Fehlerverzeihende Fairwayhölzer eint ein niedriger Schwerpunkt, der durch Umverteilung des Gewichts im Schlägerkopf erreicht wird. Leichte Materialien und Aussparungen treffen auf gezielt tief und weit hinten positionierte Schwerpunkte. Die höhere Schlagfläche ist in den Randbereichen optimiert – vielfach mit KI berechnet. Modelle mit „low Spin“ sollten Anfänger dagegen eher meiden.
Zero-Torque statt Blade
Anfänger kennen die Form eines Putters vom Minigolf. Im Golfsport entscheidet das sensible Putten auf dem Grün oft über den finalen Score. Die Varianten an Puttern sind schier unendlich. Relativ neu sind Zero-Torque-Putter, rein technologisch ein großer Unterschied zu Blade- und Mallet-Puttern, bei dem der Schwerpunkt nicht auf der Schaftachse liegt und so ein Drehmoment verursacht. Zero- Torque-Modelle reduzieren die Schlagflächenrotation. Der Vorteil: Selbst bei aktivem Handgelenkseinsatz oder leicht unsauberem Schwung bleibt der Ball stabil auf Linie. Die Schlagfläche bleibt während der gesamten Bewegung neutral, rechtwinklig zur Schwungbahn. Der Balancepunkt des Schlägers liegt genau auf den Gewichtsschwerpunkt.
EINE OPTION, WENN
- die Puttbewegung sehr inkonsistent ist.
- man eher mit den Kurzen Putts Probleme hat.
- man zum Verdrehen neigt.
- Spieler maximale Stabilität und Konstanz suchen.
KLASSISCH SPIELEN, WENN
- Spieler den Ball sicher auf ihre gewollte Startlinie bringen.
- bei längeren Distanzen Blade- Putter mehr Kontrolle und direkteres Feedback an die Hände vermitteln.
Zero-Torque-Putter, wie von L.A.B. Golf, TaylorMade und Evnroll, sind in verschiedensten Kopfformen und verschiedenen Ausrichtungshilfen erhältlich. Zum Teil setzt sich der Schaft im Massezentrum des Putters fort. Teils geht der Schaft nicht gerade, sondern leicht versetzt in den Griff, dieser Forward-Press bringt die Hände vor den Ball – so beschleunigt dieser sauber und rollt sofort ohne zu springen.
von Gertraud Wittmann