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MIT EINER 59 ZUM TITEL
Van der Vight gewinnt German Challenge powered by VcG
Erst eine Traumrunde für die Geschichte – dann der große Kampf im Finale: Der 23-jährige Lars van der Vight aus den Niederlanden gewinnt die sechste Ausgabe der German Challenge powered by VcG und damit seinen ersten Titel auf der HotelPlanner Tour. Der Rookie, vor der Saison als Sieger des Gesamtrankings der Pro Golf Tour aufgestiegen, nutzte gleich seine erste gute Chance auf einen Turniersieg auf der neuen Tour. Grundlage des Triumphs war eine historische 59er-Runde am Freitag – die erst fünfte Runde unter 60 in der 40-jährigen Geschichte der HotelPlanner Tour.
Dabei blieb es das ganze Turnier über spannend. „Ich fühle mich fantastisch. Ich bin richtig stolz“, sagte der Sieger, nachdem er seinen Erfolg endlich realisiert hatte. Nach seiner historischen 59 rettete er einen Schlag Vorsprung ins Ziel. Van der Vight spielte den Platz im Wittelsbacher Golfclub mit 271 Schlägen, 17 unter Par.
„Ehrlich gesagt, finde ich noch keine Worte. Ich bin noch völlig blank – und zittere immer noch von diesem kurzen Putt auf der 18, der gefallen ist. […] So eine Runde gibt Selbstvertrauen, und das versuche ich mit ins Wochenende zu nehmen. Es ist ein anspruchsvoller Platz, vor allem vom Tee. Aber wenn man die richtigen Stellen trifft, spielt er sich gar nicht so lang. Ich habe viele Driver und Mini-Driver vom Tee geschlagen – und heute hat einfach alles zusammengepasst.“
– Lars van der Vight am Freitag
Die Tagesergebnisse im Kurzüberblick:
Donnerstag, 9. Juli
Ein Überflieger, ein starker Amateur und ein früherer Ryder-Cup-Spieler in Lauerstellung: Der Start in die sechste Ausgabe der German Challenge powered by VcG präsentierte neben besten sommerlichen Bedingungen hochklassigen Spitzensport. Dabei brillierte vor allem Filip Mruzek aus Tschechien, der sich mit acht Birdies und einer 64er-Runde (-8) an die Spitze des einzigen deutschen Turniers auf der HotelPlanner Tour spielte – und dabei einen neuen Platzrekord im Wittelsbacher Golfclub aufstellte. Hinter dem 34-Jährigen platzierte sich der frühere Ryder-Cup-Spieler Chris Wood (England) bei sechs unter Par vor einem Quintett rund um den deutschen Amateur Thomas Schmidt einen Schlag dahinter. Mit einer 67 (-5) war der 24-Jährige vom GC Hösel an diesem Tag der beste Deutsche auf dem Leaderboard.
Freitag, 10. Juli
Auf einer Traumrunde legte Lars van der Vight auf den ersten Neun mit acht Birdies den Grundstein für einen historischen Tag. Der 23-Jährige brachte sich mit einem Eagle an der 15 endgültig auf 59-er Kurs – und war auch der 58 nah. An der 18 verpasste er das Birdie jedoch nach einem unpräzisen Abschlag vom Tee und verbesserte den gerade einmal einen Tag alten Platzrekord von Filip Mruzek (Tschechien) um fünf Schläge. Mruzek lag vor dem Wochenende nach einer 70 am Freitag gemeinsam mit Wouter de Vries (Niederlande) und Alfredo Garcia- Heredia (Spanien) bei insgesamt zehn unter Par fünf Schläge hinter dem Führenden. Bester Deutscher zur Halbzeit war Christian Bräunig, der sich mit zwei 68er-Runden in die Top Ten spielen konnte. Zwei Schläge hinter Bräunig starteten Velten Meyer, Tiger Christensen und Amateur Thomas Schmidt vom geteilten 17. Rang ins Wochenende. Bei fünf unter Par positionierten sich Jan Schneider und Linus Lang auf der 22. Auch Hurly Long (-4, T30), Nick Bachem (-3, T44) und Alexander Knappe (-2, T60) lagen oberhalb der Cut-Linie.
Samstag, 11. Juli
72 nach der 59: Lars van der Vight musste sich nach seiner Traumrunde am Freitag mit einer Par-Runde am Moving Day der German Challenge powered by VcG zufrieden geben – was ihm allerdings nicht allzu schwer fiel. Dabei half dem Niederländer die Tatsache, dass er seine Führung behauptete.
Mit seiner 72 behielt der 23-Jährige sein Gesamtergebnis von 15 unter Par und nahm – zurück im Kreis der „Normalsterblichen“ – einen Vorsprung von drei Schlägen mit in die Schlussrunde.
Hinter van der Vight platzierte sich der Däne Jeppe Kristian Andersen nach drei 68er-Runden bei zwölf unter Par. Ein Quartett – Wouter de Vries (Niederlande), Charlie Lindh (Schweden), Tadeas Tetak (Slowakei) und Matthis Besard (Belgien) – lauerte bei elf unter Par auf dem geteilten dritten Rang.
Auch die deutschen Fan-Favoriten kämpften am Moving Day um ihren Platz auf dem Leaderboard – meist mit Erfolg. Die besten Aussichten hatte vor der Finalrunde Tiger Christensen, der mit insgesamt neun unter Par als geteilter Neunter in den Sonntag ging. Sein Eagle an der 18 katapultierte ihn von jenseits der Top 20 in die Top 10. Einen Schlag hinter Christensen reihte sich ein deutsches Trio auf dem geteilten 14. Rang ein. Amateur Thomas Schmidt (70 am Samstag), Chris tian Bräunig (72) und Hurly Long (68) hatten bei acht unter Par ebenfalls gute Chancen auf eine Top-Platzierung. Jan Schneider belegte nach drei von vier Runden den geteilten 25. Rang (-7), Velten Mey er war geteilter 30. (-6). Weitere Deutsche in der Finalrunde waren Linus Lang, Nick Bachem (beide -1, T63) und Alexander Knappe (+2, 72).
„Ich spiele einfach gerne in Deutschland, mit Familie und Zuschauern vor Ort, und ich mag den Platz hier sehr – viele Dinge sind diese Woche einfach zusammengekommen. Ich hoffe, dass die Tour hier in Zukunft wieder herkommt.“
– Hurly Long, bestplatzierter Deutscher
Sonntag, 12. Juli
Nach seiner Traumleistung am Freitag und fünf Schlägen Vorsprung wurde die Finalrunde für Lars van der Vight noch einmal zu einem harten Stück Arbeit – das er kämpferisch annahm. Zwar hatte ein Doppel-Bogey das Rennen um den Titel kurzzeitig noch einmal spannend gemacht, am Ende jubelte der Niederländer aber doch verdient und sicherte sich den Titel der sechsten Ausgabe der German Challenge powered by VcG und damit den ersten Titel auf der HotelPlanner Tour.
„Ich fühle mich fantastisch, auch wenn es sich gerade noch gar nicht real anfühlt. […] Ich bin wirklich stolz, wie ich mich übers Wochenende durchgekämpft habe – eine 59 hatte ich vorher noch nie gespielt, und ohne meinen Caddy hätte ich das nicht geschafft. […] Und was den Platz hier angeht: Ich liebe ihn, ein wirklich anspruchsvoller Kurs.“
– Lars van der Vight am Sonntag
Einen Schlag hinter van der Vight (-17) landete der Franzose Julien Sale, Sieger der Vorwoche in Frankreich, bei 16 unter Par auf Position zwei. Wouter de Vries (Niederlande) und Quinnton Croker (Australien) teilten sich Rang drei bei 15 unter Par. Bester Deutscher war Hurly Long, der sich mit einer starken 67 noch ganz nach vorne spielen konnte. Sein Gesamtergebnis von 13 unter Par brachte den 30-Jährigen, der bei den Olympischen Spielen in Tokio für Deutschland am Start war, auf den geteilten fünften Rang. Sein erstes Top-Ergebnis nach durchwachsenen Monaten auf der Tour mit vielen verpassten Cuts. Erneut ein gutes Ergebnis verzeichnete auch Tiger Christensen. Nach Rang elf im vergangenen Jahr reichte es diesmal für den geteilten 15. Platz bei elf unter Par. Ein eindrucksvolles Debüt im Wittelsbacher Golfclub feierte der Amateur Thomas Schmidt, der kurz vor dem Turnier sein Studium an der Arkansas State als meist dekorierter Golfer der Universitätsgeschichte abgeschlossen hatte. Mit vier Runden unter Par landet er am Ende auf dem geteilten 25. Platz. Er plant bereits seine Profikarriere und möchte an weiteren HotelPlanner Tour-Events teilnehmen. Neben Schmidt auf dem geteilten 25. Rang landete Christian Bräunig. Die weiteren Ergebnisse der deutschen Spieler, die ebenfalls den Cut geschafft hatten: Jan Schneider teilte sich Position 36 (-8), Velten Meyer wurde geteilter 46. (-6), Linus Lang geteilter 54. (-4), Nick Bachem geteilter 61. (-2) und Alexander Knappe 70. (Par).
„Mit dem Spiel, das ich gerade habe, freue ich mich auf die nächsten Events. Mein Ziel ist jetzt, mit ein, zwei guten Ergebnissen – vielleicht sogar Top-Ten-Platzierungen – genug Punkte zu sammeln, um mir für nächstes Jahr eine gute Kategorie auf der HotelPlanner Tour zu sichern.“
– Thomas Schmidt ging noch als Amateur in das Turnier, plant jedoch schon seine Profikarriere.