Der Kult-Physio & legendäre Heiler
Klaus Eder bringt Spitzensportler vom DFB bis Olympia wieder auf die Beine.
Franz Beckenbauer, Boris Becker, Alexander Zverev, Penélope Cruz oder die Band U2 – die Liste von Promis, die den heilenden Händen des Donaustaufers Klaus Eder vertrauen, ist lang. Als Physiotherapeut der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (1988-2018) eroberte er die Herzen der Fußballer und des deutschen Fernsehpublikums. Mit Golf Faszination & Lifestyle reist er zurück in die Vergangenheit und fiebert der Premiere des Kinofilms „Ein Sommer in Italien. WM 1990“ entgegen, zu der er am Abend des Gesprächs von Lothar Matthäus nach München eingeladen ist.
Herr Eder, Sie haben eine unglaubliche Karriere hingelegt. Ihr Name ist Menschen auf der ganzen Welt ein Begriff. Demnächst werden Sie 73. Denken Sie ans Aufhören?
Klaus Eder: Nein. Mein Beruf ist meine Passion. Ich habe im Prinzip das ganze Jahr Urlaub, da ich das mache, was ich liebe. Ich halte das wie Konfuzius, der sagt: „Wähle einen Beruf, den du liebst, dann brauchst du nie arbeiten.“ Knapp 20 Stunden pro Woche widme ich meine Aufmerksamkeit meinen Patienten, dazu spreche ich bei Fortbildungen, die auch der Vorbereitung bedürfen.
“Physiotherapeuten sind Künstler – und der Künstler lebt vom Applaus. Das ist wichtiger als alles Geld, das man im Sport verdienen kann.”
Was machen Sie zum Ausgleich?
Meine Frau und ich, wir sind sehr sportlich. Wir fahren viel mit dem Rad und gehen jeden Tag mindestens eine Stunde mit unserem Hund spazieren. Und wir spielen Golf. Seit ich damit angefangen habe, spiele ich im Golf- und Landclub Regensburg. Zwar schlage ich mich schon seit 20 oder 25 Jahren mit meinem Handicap knapp über 20 herum, aber es macht Spaß. Mir ist es wichtig, mit netten Menschen Golf zu spielen, wie beim Eagles Charity Club. Bei diesem Turnier bin ich jedes Jahr dabei.
Dort treffen Sie sicherlich jedes Jahr viele Sportler aus ihrer Vergangenheit wieder.
Ja, dort treffe ich Fußballspieler wie Basti Schweinsteiger oder Stefan Reuter. Franz Beckenbauer und Andi Brehme sind leider Gottes schon verstorben. Bei Veranstaltungen in der Region sehe ich Hansi Dorfner oder Klaus Augenthaler. Demnächst treffen ich mal die 2006er Mannschaft wieder, weil es jetzt dann 20 Jahre her ist, dass wir den dritten Platz gemacht haben bei der Heimweltmeisterschaft damals. Ich freue mich, sie mal wieder zu sehen.
Sie sind seit Jahren ein bekanntes Gesicht am Spielfeldrand und haben viel erlebt. Was war denn Ihr persönlicher Höhepunkt?
Dazu gehört sicherlich der Gewinn der Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Dieses Team, die Spieler und das Team hinter dem Team waren sensationell mit Franz Beckenbauer und Sepp Maier. Ich sehe es wie damals vor mir: Klaus Augenthaler geht vom Platz als Weltmeister, Moderator Rolf Töpperwien hält ihm das Mikro vor den Mund und sagt: „Glückwunsch, Herr Augenthaler.“ Dann sagt der Augenthaler in diesem Moment des Erfolgs: „Ohne Klaus Eder hätte ich es nicht geschafft.“ Das war ein Highlight.
Nicht nur Fußballer, auch Eishockey- oder Tennisspieler steigen irgendwann auf Golf um. Warum?
Ich selber komme auch aus dem Eishockey. Ich habe den Schläger 1991 getauscht, weil man mit netten Leuten schöne Stunden verbringen kann. Es ist nicht zu anstrengend und man bewegt sich an der frischen Luft. Man hat diese sozialen Kontakte. Gerade die Teamsportler, ob das jetzt Fußballspieler sind oder Eishockeyspieler, die sind es gewohnt, im Team zu spielen und Mannschaftssportler zu sein. Aber auch Tennisspieler wie Boris Becker, den ich jahrelang betreuen durfte, mögen Golf.
Weil nicht jeder das Glück hat, zufällig mit Klaus Eder im Flight zu landen, verrät der Physiotherapeut Golf Faszination & Lifestyle auf den folgenden Seiten einige Tipps, um Verletzungen auf dem Platz vorzubeugen.
Gesund Golfen
Automobilisation im Golf
von Klaus Eder
Es gibt nicht den einen, richtigen Weg, den Körper gesund zu halten und dem Geist etwas Gutes zu tun. Die Japaner etwa geben viel Geld aus für Waldbaden. Bei uns dagegen erfreut sich der Golfsport wachsender Beliebtheit. Denn er fördert die Gesundheit durch die Kombination von Ausdauerbelastung und Koordinationstraining und zugleich den Stressabbau in der Natur. Unlängst hat eine golfmedizinische Studie belegt, dass zwei Runden Golf pro Woche der beste und angenehmste Weg sind, etwas für die persönliche Gesundheit zu tun. Beim Gehen über die Fairways werden die Gelenkknorpel der Bandscheiben abwechselnd zusammengedrückt und losgelassen. Dieser Walkrollmechanismus ist ein sehr wichtiges Prophylaktikum, um einer Arthrose vorzubeugen – auch an kleinen Wirbelgelenken. Zudem tut die Rotation beim Golfschwung der Wirbelsäule gut – wenn man sie richtig ausführt. Ein toller Ausgleich also, besonders für Menschen mit sitzender Tätigkeit. Nicht zu vergessen ist auch die positive Wirkung sozialer Kontakte auf unser emotionales System. Trotz aller Gesundheit: Golf-Neueinsteiger über 40 sollten erst einen Gesundheitscheck beim Arzt machen lassen, bevor sie das erste Mal auf den Platz gehen. Vor Ort sorgen Aufwärm- und Cool-Down-Training samt Dehnungen dafür, dass man sich nicht verletzt.
Training mit dem Golfball
Vor der Runde, im Umkleideraum, den Golfball auf den Boden legen. Mit der nackten Fußsohle eine Minute je Fuß auf dem Ball kreisen und hin und her rollen, dabei mäßigen Druck ausüben. Die Fußsohle steht direkt in Kontakt mit der Netzhaut des Auges, was wichtig ist für das statische Gleichgewicht im Stand. Daher ist dieses Training besonders für einen sicheren Stand beim Drive, Approach, Pitch, Chip und Putt geeignet. Tipp: Auch daheim möglichst oft barfuß laufen, um die für das Gleichgewicht wichtige Tiefensensibilität des Fußes zu stärken.
Beweglicher Kopf
Für das dynamische Labyrinth, das Gleichgewicht in der Bewegung, sind die Kopfgelenke wichtig, also die Verbindung zwischen dem Schädel und der Halswirbelsäule. Deren Stabilität und Zusammenspiel kann man mit Rotationsübungen immer wieder verbessern. Das braucht weder große Vorbereitung noch viel Zeit. Kleine Bewegungen zwischendurch – zum Beispiel in der Mittagspause, beim Warten an der Supermarktkasse oder abends vor dem Fernseher – können viel bewirken: Den Nacken lockerlassen, den Kopf vorsichtig kreisen, bis zum äußers- ten Bewegungspunkt.
Automobilisation der Lendenwirbelsäule im Liegen
Zur Verbesserung der Streckfähigkeit der Lendenwirbelsäule legt man sich ein zusammengerolltes Handtuch im Bereich des Kreuzes unter den Rücken. Die Beine sind aufgestellt. Das Becken wird abwechselnd angehoben und abgesenkt. Um die Beugefähigkeit der Lendenwirbelsäule zu erhöhen, schiebt man die Handtuchrolle weiter in Richtung Füße bis unter das Becken. Nun wird die Lendenwirbelsäule abwechselnd angehoben und gesenkt.
Tipp: Wer zusätzlich die Seitneigung der Wirbelsäule trainieren möchte, legt sich mit ausgestreckten Beinen flach auf den Rücken. Dann schiebt man abwechselnd das rechte und linke Bein/die Ferse möglichst weit nach „unten“ Richtung Füße. Zur Verbesserung der Wirbelsäulenrotation bleibt man auf dem Rücken liegen, winkelt die Beine an und verschränkt die Arme hinter dem Kopf. Dann lässt man abwechselnd beide Beine nach links und rechts kippen.