© Manuela Drossard-Peter 

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Gastlichkeit mit Geschichte

Der „Dicke Mann“ und das „Hotel zum Blauen Krebs“ in Regensburg

Wir schreiben das Jahr 1635: Der Kopf des kaiserlichen Generals Hans Ulrich v. Schaffgotsch wird auf dem Regensburger Haidplatz abgeschlagen. Dem protestantischen Adeligen, einer der Generäle des berühmten Feldherren Wallenstein, wurde Hochverrat vorgeworfen. Körper und Haupt des unschuldig Hingerichteten werden wenige Schritte weiter im Gasthaus „Zum Blauen Krebs“ aufgebahrt. Zwei Tage lang pilgern die Bürger der Stadt in die Krebsgasse, um sich von dem beliebten General zu verabschieden.

Fast 400 Jahre später können Gäste im heutigen Hotel „Zum Blauen Krebs“ in der Wallenstein-Suite oder dem Schaffgotsch-Zimmer übernachten. Von spukenden Generälen hat dem Hotelier und Wirt Anton Weissenbacher jedoch noch kein Gast berichtet. Die Prominenz im Blauen Krebs und dem zugehörigen Restaurant „Dicker Mann“ ist höchst lebendig. Ein Foto zeigt Anton Weissenbacher Arm in Arm mit seinem langjährigen Bekannten Roberto Blanco. Gerhard Polt war hier, Moritz Bleibtreu schaute bei den Dreharbeiten zur Miniserie „Blackout“ vorbei.

JEDES ZIMMER IST EINZIGARTIG
Geprägt hat das Haus aber vor allem Weissenbachers Freund Peter Gaymann: Der Künstler und Cartoonist gestaltete das Logo des Restaurants – einen dicken Mann, der dem urgemütlichen Lokal dann auch gleich den Namen verlieh. Immer wieder stößt man in Restaurant und Hotel auf Gaymanns Cartoons und Skulpturen, das Zimmer „Blaues Huhn“ ist ganz dem Künstler gewidmet.

Überhaupt gleicht kein Raum dem anderen. Mittelalterliche Steinbögen und freiliegende Holzbalkendecken erinnern an die Geschichte des Hauses. Die klare Modernität des Joop-Zimmers steht im Kontrast zur bunten Opulenz des Indien-Zimmers, ein geflochtener Deckenventilator und ein Himmelbett mit hellen, halbtransparenten Vorhängen verleihen dem Kubanischen Zimmer Flair. Gastgeber Anton Weissenbacher legt Wert darauf, dass jedes Zimmer einzigartig ist – ein Unikum wie er selbst.

SPEZIALITÄTEN AUS ÖSTERREICH
Seit mehr als 30 Jahren bewirtet der gebürtige Salzburger seine Gäste im Dicken Mann, arbeitet 70 Stunden die Woche. Der offenherzige Mann mit Humor ist längst eine beliebte Institution, die sich aus dem Herzen der Weltkulturerbestadt nicht mehr wegdenken lässt. Die bayerischen und österreichischen Schmankerl wie original Wiener Schnitzel – natürlich vom Kalb – und Salzburger Nockerl mit Vanillesoße und Pflaumenkompott füllen zuverlässig die urgemütliche Gaststube im Wirtshausstil und die edleren Nebenräume mit zahlreichen Ölgemälden an den Wänden. Gäste aus nah und fern genießen im mediterranen Hofgarten die Bierspezialitäten aus der Abensberger Privatbrauerei Kuchlbauer, rustikale Brotzeiten, leichte Fisch- und Pastagerichte sowie knackige Sommersalate. Die Bänke in der ruhigen Gasse vor dem Haus, die an einen Wiener Heurigen erinnern, verlocken geradezu zum Genuss edler Weine aus Weissenbachers Heimat Österreich. Und zum Abschluss vielleicht noch einen Christ-Birnenbrand von der Traminer Brennerei Roner in Südtirol? Wer hier einmal gespeist oder gefeiert hat, kommt immer wieder.

Liebe geht eben durch den Magen.

© Manuela Drossard-Peter

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