Ein Mann, große Verantwortung
KORBINIAN KOFLER UND DIE GERMAN
CHALLENGE
BEIM WITTELSBACHER GOLFCLUB
Herr Kofler, Sie richten die German Challenge powered by VcG bereits zum sechsten Mal aus. Haben Sie schon Routine oder ist es jedes Mal wieder eine Herausforderung?
Korbinian Kofler: Wenn man einen Platz jedes Jahr wieder auf höchstem Niveau präsentieren möchte, ist es nie Routine. Das ist kein Runtermähen eine Woche davor. Wir können schon viel planen. An den Turniertagen müssen wir aber immer nochmal vor Ort alles kontrollieren und gegebenenfalls kurz Hand anlegen. Ich habe vorhin zufällig gesehen, dass am Abschlag eine Tafel seitenverkehrt angebracht war. Das musste kurzfristig noch korrigiert werden. Hier also von Routine zu sprechen, ist schwierig.
Die Qualität des Golfplatzes ist das Aushängeschild des Turniers. Wie bereiten sich die Greenkeeper auf dieses Event vor? Was wird im Vergleich zum normalen Spielbetrieb verändert oder optimiert?
Seit es die German Challenge gibt, haben wir unser Greenkeeping auf ein neues Niveau gebracht – vom Maschinenpark über bessere Spindeln für ein saubereres Mähbild, von Bodenhilfsstoffen, Düngemaßnahmen und verbesserter Beregnung bis hin zu Veränderungen in den Drive-Zonen. Diesen Standard halten wir aber ganzjährig aufgrund unseres eigenen Anspruches an die Platzqualität für Mitglieder und Gäste. Speziell für die German Challenge werden die Grüns so betreut, dass idealerweise der gewünschte Härtegrad und bestimmte Geschwindigkeiten erzielt werden. Die Semiroughs dürfen ab circa zwei bis drei Wochen vor dem Turnier für die perfekte Dichte und Höhe wachsen. Vom Austausch mit dem Chief Agronomist der Tour und den anderen Verantwortlichen, zum Beispiel mit der Agentur, die den Platz für die Birdie Books vermisst, profitiert unser Platz sehr.
Das ist kein Runtermähen in der Woche davor.
KORBINIAN KOFLER ZUR ALLJÄHRLICHEN VORBEREITUNG DES PLATZES FÜR DIE GERMAN CHALLENGE IM WITTELSBACHER GC
Das sind zum einen Punkte, die in der Giant Check-List der HotelPlanner Tour vorgegeben sind. Dazu kommen die Absprachen für Logistik und Aufbauten, vor allem in der Public Area und mit dem Lieferanten der Cart-Flotte. Bei uns im Club laufen die Fäden zwischen Tour, Veranstalter, Scoring und Spieler zusammen. Wir teilen auch die Volunteers ein, die während des Turniers für uns im Einsatz sind. Prominentestes Beispiel sind wohl die Starter, die von uns akquiriert, vom Veranstalter ausgestattet und von der Tour eingewiesen werden.
Ach ja, die Volunteers. Von den freiwilligen Helfern brauchen Sie sicherlich viele. Wo nehmen Sie diese her?
Wir haben seit der ersten Austragung an viel Akquise unter den Mitgliedern und in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter betrieben. Außerdem haben wir unser großes Netzwerk an erfahrenen Turnierhelfern angezapft, so dass wir letztlich einen festen Stamm von rund 120 Personen zusammenstellen können. Die sind auch untereinander sehr gut vernetzt und machen Werbung für uns. Als Dank für die freiwillige Arbeit belohnen wir sie zum Beispiel mit unserem beliebten „Helferturnier“.
Auf der HotelPlanner Tour sind die Spieler und ihr Team, was die Organisation betrifft, ziemlich auf sich alleine gestellt. Am Austragungsort selbst, also bei uns im Club, bekommen sie ihre Akkreditierungen und ihre Unterlagen im Tournament Office. Wir versorgen sie mit allem anderen, was sie brauchen könnten, bestmöglich. Von der kulinarischen Verpflegung über die Sicherheit, die Trolleys beziehungsweise Caddies bis hin zur Nutzung der Übungsanlagen wird alles vom Golfclub-Team gewährleistet.
Wie verteilen Sie die Aufgaben für das Rahmenprogramm? Und was macht das Turnier für die Zuschauer so besonders?
Diesen Part übernimmt der Veranstalter, also die Deutsche Golf Sport GmbH, aber auch hier immer in enger Abstimmung mit uns, meist mir. Die Zuschauer genießen bei diesem Turnier natürlich einen tollen Luxus, 100 Prozent inside the ropes. Man kann bis auf wenige Meter mit den Spielern mitlaufen, zuhören und vor allem spicken, wie welcher Schlag ausgeführt wird. Das ist als Golfunterricht eigentlich unbezahlbar.
Die Zuschauer genießen bei diesem Turnier natürlich einen tollen Luxus, 100 % inside the ropes.
KORBINIAN KOFLER
Wie konzipieren Sie den zeitlichen Ablauf für die Siegerehrung?
Diesen Punkt nimmt auch der Veranstalter für sich in Anspruch, aber wir als Austragungsort sind natürlich voll mit involviert. So dürfen unser Präsident, S.K.H. Herzog Max in Bayern, und ich zusammen am Podium gratulieren. Das ist eine große Ehre für uns. Wichtig ist, dass die Moderation am Ende kurz und knackig ist, damit man schnellstmöglich zur obligatorischen Champagner-Dusche des Siegers mit den Volunteers kommt. Das gemeinsame Foto anschließend ist ein echtes Highlight.
Wie haben sich die bisherigen fünf Champions weiterentwickelt?
Die Verantwortlichen der HotelPlanner Tour sind begeistert von deren Entwicklung. Sie sagen: „Wer hier gewinnt, kann es nach ganz oben schaffen.“ Und genau so war es bei den meisten dann auch. Die Champions spielen auf der DP World Tour, haben sogar Einladungen zur PGA Tour nach Amerika erhalten und Turniere dort gewonnen. Sie sind alle fest etabliert. Persönlich verfolge ich natürlich unsere deutschen Spieler.
Das Interview führte: Manuela Drossard-Peter