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Handschuh und Ball
von Tiger Woods

Der älteste Golfschläger der Welt, der älteste Golfball der Welt – im Golfmuseum Regensburg gibt es über 1.200 Raritäten aus sechs Jahrhunderten zu bestaunen. Golfhistoriker Peter Insam hat sie aus aller Welt zusammengetragen.

Wer durch die Regensburger Altstadt schlendert, trifft dort in den engen Gassen zuweilen auf besondere Raritäten. So steht man in der Tändlergasse plötzlich vor einem Schild mit der Aufschrift „Golfmuseum“. Ein Museum für den Golfsport? Das klingt so abgehoben, dass es nicht nur die Freunde des exklusiven Rasensports hineinzieht. Auch Nichtgolfer sind davon begeistert, was es alles zu bestaunen und zu erfahren gibt.

Hier, im historischen Kellergewölbe unter seinem Antiquitätengeschäft, hat Golfhistoriker Peter Insam über 1.200 Artefakte und Raritäten aus sechs Jahrhunderten Golfsport zusammengetragen und ausgestellt. Dabei bietet das Museum deutlich mehr als nur eine große Anzahl unterschiedlicher Bälle vergangener Zeiten.
Es gibt Ledertaschen mit Morrishölzern, Eisenschlägern und Messing-Puttern aus der Zeit zwischen 1780 und 1930, original Hickory-Schläger aus dem Holz des Hickorybaums, Delfter Kacheln aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die mit Golfmotiven versehen sind, seltene Poster, antike Grafiken unter anderem von St. Andrews oder zahlreiche Bücher und Preise – ja sogar Handschuh und Ball von Tiger Woods, unterschrieben und gespielt, finden sich unter den Exponaten.

Zudem wird die Geschichte des Golfsports beleuchtet. Schon im Eingang des Museums vermittelt ein niederländischer Kupferstich aus dem 16. Jahrhundert, wo die Anfänge liegen: Dick eingepackt ins Wintergewand, mit Handschuhen und Kufen unter den Schuhen, standen Golfspieler um 1200 auf dem Eis statt auf grünem Rasen, wie Peter Insam herausgefunden hat. Damals herrschte eine kleine Eiszeit und das Spiel auf landwirtschaftlichen Flächen war verboten. Also nutzte man zugefrorene Flüsse. Was einst reines Vergnügen war, entwickelte sich mit zunehmender Professionalisierung der Ausrüstung und entsprechenden Kosten zum Elitesport. Doch auch gesellschaftskritische Themen werden angesprochen, wie die Rolle der Frau, die Ende des 19. Jahrhunderts noch mit Stöckelschuhen und langem Rock über den Rasen spazierte.

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