© Manuela Drossard-Peter
Mit diesen Tipps lernst Du als Anfänger den perfekten Golfschwung
Der Drive erfordert vor allem Rhythmus und Ballkontakt statt Kraft.
Für Golf-Anfänger gilt: Weniger ist mehr
Der Abschlag am Tee sieht bei den Profis so einfach aus und birgt dabei doch so viele Tücken. Für Golfneulinge ist gerade der Drive die erste große Herausforderung auf dem Platz. Denn vielen ist gar nicht bewusst, wie viel Körperhaltung, Standposition, die Position des Balls, das Halten des Schlägers und der Schwung ausmachen können. Es gilt also viele Stellschrauben zu justieren, um zum perfekten Ergebnis zu kommen. Dabei ist das Training des Schwungs das A und O. Denn nur wer regelmäßig auf den Platz geht, kann eine Routine entwickeln.
Die beiden PGA Pros Dominik Zimmermann und Maximilian Zeitler von der Golfakademie Regensburg Thiergarten empfehlen Anfängern für den Einstieg ein 7er Eisen oder ein Sand-Wedge zu nehmen. Damit lässt sich der Ball leichter in die Luft befördern als mit dem längeren Eisen. Was es für Golfeinsteiger beim Schwung sonst noch in puncto Griffdruck, Körperneigung, Abstand zum Ball, Balance oder Rotation zu beachten gilt, stellen die beiden auf den nächsten Seiten Punkt für Punkt vor.
von Manuela Drossard-Peter
DOMINIK ZIMMERMANN
GOLF- UND LAND-CLUB REGENSBURG –
FULLY QUALIFIED PGA GOLFPROFESSIONAL
„Seit meinem vierten Lebensjahr spiele ich im Regensburger Thiergarten Golf. 2021 habe ich mich dann dazu entschlossen, eine Ausbildung zum Fully Qualified PGA Professional zu machen.“
Trainerkarriere:
Trainer der 1. Herrenmannschaft Regionalliga www.instagram.com/teamglcr
Trainer der Damenmannschaft Altersklasse 65
- Stellvertretende Leitung Golfakademie
Regensburg Thiergarten - Ansprechpartner für Indoor-Golf
- Fully Qualified PGA Professional
- DOSB-Trainer B Leistungssport
- C-Trainer DGV / DOSB
- Clubfitting bei der Firma ClubFixx
MAXIMILIAN ZEITLER
GOLF- UND LAND-CLUB REGENSBURG –
FULLY QUALIFIED PGA GOLFPROFESSIONAL
„Den ersten Kontakt mit dem mir damals noch völlig unbekannten Golfsport hatte ich im Alter von 13 Jahren. Vom ersten Schlag an hat mich dieser einzigartige Sport infiziert. Ich war fasziniert von dieser unglaublichen Komplexität dieses, von außen sehr oft als so einfach und unsportlich belächelten Sports. Bis heute hat sich daran nichts geändert.“
Trainerkarriere:
- Jugendkoordination
- Mannschaftstraining aller Klassen
- Einzelunterricht, Firmenevents
- ehem. Headpro Golfclub Steigerwald /
Golfclub Neumarkt - ehem. Pro beim Golfclub Erlangen
- Partner der Golfakademie Daniela Mitterer
Der funktionale griff
Die linke Hand als Grundlage
Die linke Hand bildet bei Rechtshändern die Grundlage des Griffs. Der Schläger sollte dabei eher durch die Finger als durch die Handfläche verlaufen. Dadurch können die Handgelenke während des Schwungs beweglich arbeiten und ein funktionales Winkelverhalten entwickeln. Gleichzeitig entsteht mehr Kontrolle über den Schläger und damit die Grundlage für eine effiziente Schwungbewegung.
Die rechte Hand ergänzt den Griff
Die rechte Hand wird direkt an die linke Hand angesetzt und ergänzt den Griff. Zwischen beiden Händen sollte möglichst kein Abstand entstehen, damit sie als Einheit arbeiten können. Eine geschlossene Handposition unterstützt die Stabilität im Griff und erleichtert es, den Schläger während des gesamten Schwungs kontrolliert und wiederholbar zu bewegen.
Ein neutraler Griff
Für einen neutralen Griff sollten die Daumen beider Hände möglichst in einer Linie entlang des Schafts verlaufen. Diese Position unterstützt eine stabile Schlagfläche und erleichtert die Kontrolle der Schlägerkopfbewegung. Ein neutraler Griff schafft günstige Voraussetzungen für konstante Ballflüge und hilft vielen Spielern dabei, den Ball kontrollierter zu starten.
Der passende Griffdruck
Der Schläger sollte nur so fest gehalten werden, wie es für eine sichere Kontrolle notwendig ist. Zu viel Spannung kann die Beweglichkeit der Handgelenke einschränken und den Schwung unnötig verkrampfen. Ein entspannter Griff verbessert das Gefühl für den Schlägerkopf und unterstützt einen flüssigen Rhythmus während der gesamten Bewegung.
stand und ballposition
1. Die Basis schaffen:
Ein stabiler Stand als Grundlage
Jeder Golfschlag beginnt mit einer stabilen Ansprechposition. Die Füße stehen etwa schulterbreit auseinander und bieten dem Körper eine sichere Basis. Das Gewicht wird gleichmäßig auf beide Beine verteilt, während Knie und Hüfte leicht gebeugt bleiben. Eine ausgewogene Haltung unterstützt die Balance und erleichtert einen wiederholbaren Bewegungsablauf.
2. Die Körperhaltung:
Aus der Hüfte nach vorne neigen
Der Oberkörper wird aus der Hüfte nach vorne geneigt, während der Rücken möglichst natürlich und aufgerichtet bleibt. Die Arme hängen entspannt unter den Schultern und erzeugen ausreichend Abstand zum Ball. Diese Haltung ermöglicht es, den Schläger frei um den Körper zu bewegen und unterstützt einen funktionalen Schwungradius.
3. Die passende Ballposition:
Position an den Schläger anpassen
Die Ballposition sollte immer zum verwendeten Schläger passen. Mit kürzeren Schlägern wie Pitching Wedge oder Eisen 7 liegt der Ball eher mittig im Stand. Mit zunehmender Schlägerlänge wandert die Position schrittweise weiter nach links. Eine passende Ballposition unterstützt einen günstigen Eintreffwinkel und einen konstanten Ballkontakt.
4. Ausrichtung zum Ziel:
Schlagfläche im passenden Winkel
Vor jedem Schlag wird zunächst die Schlagfläche auf das gewünschte Ziel ausgerichtet. Anschließend folgen Füße, Knie, Hüfte und Schultern parallel zur Ziellinie. Diese Routine hilft vielen Spielern dabei, ihre Ausrichtung zu verbessern und den Ball kontrollierter in die gewünschte Richtung zu starten.
Der Golfschwung
1. Der Griff als Grundlage
Ein funktionaler Griff bildet die Grundlage für den gesamten Golfschwung. Der Schläger sollte bei Rechtshändern eher durch die Finger der linken Hand verlaufen, damit die Handgelenke beweglich arbeiten können. Nur so lässt sich später ein günstiges Winkelverhalten aufbauen, das Kontrolle, Schlägerkopfgeschwindigkeit und einen wiederholbaren Bewegungsablauf unterstützt.
2. Beginn des Winkelaufbaus
Der Rückschwung wird durch die Rotation des Brustkorbs eingeleitet. Sobald der Schläger etwa Hüfthöhe erreicht (9-Uhr-Position), beginnen die Handgelenke einen Winkel zwischen Unterarmen und Schaft aufzubauen. Dieses sogenannte „Wrist Hinge“ vergrößert den Schwungradius und schafft die Voraussetzung für eine effiziente Beschleunigung des Schlägers im weiteren Bewegungsverlauf.
3. Energie speichern
Im weiteren Verlauf des Rückschwungs wird der Winkel zwischen Armen und Schlägerschaft vollständig aufgebaut. An der obersten Stelle des Rückschwungs ist die Bewegung aufgeladen und Energie gespeichert. Gleichzeitig hält sich das Gewicht überwiegend mittig. Ein funktionaler Winkelaufbau unterstützt sowohl die Schlägerkopfgeschwindigkeit als auch einen konstanten Ballkontakt.
4. Rotation und Gewichtsverlagerung
Der Abschwung beginnt aus dem Unterkörper. Hüfte und Oberkörper rotieren in Richtung Ziel, während sich das Gewicht auf die linke Seite verlagert. Der zuvor aufgebaute Winkel wird dabei kontrolliert freigegeben. Das Zusammenspiel aus Rotation, Gewichtsverlagerung und Winkelauflösung unterstützt eine effiziente Beschleunigung des Schlägers bis zum Ballkontakt. Hier liegt bei den meisten Golfer der Fehler: Keine Verlagerung – wie auf dem Bild zu sehen –, das Gewicht noch hinten!
5. Ausbalanciert zum Ziel
Nach dem Ballkontakt schwingt der Schläger vollständig aus. Das Gewicht befindet sich nun nahezu vollständig auf dem linken Bein, während Brust, Bauch und Gürtelschnalle zum Ziel zeigen. Ein stabiles Finish ist häufig ein Hinweis auf eine gute Balance und einen funktionalen Bewegungsablauf während des gesamten Schwungs.
Der Schlag aus dem Bunker
Auch beim Schlag aus dem Bunker gibt es einiges zu beachten. In einer weiteren Ausgabe von „Golf Faszination & Lifestyle“ geben Zimmermann und Zeitler auch hierzu wertvolle Tipps.
Dominik Zimmermann und Maximilian Zeitler sind Pros in der Golfakademie Regensburg Thiergarten unter der Leitung von Daniela Mitterer. Ihr Geheimnis für schnelle Fortschritte? Kontinuität. Diese fehlt vielen Anfängern, weil diese nach der Platzreife oft den Anschluss verlieren. Regelmäßiges Training ist hier essenziell.
Mit GolfJam, einem monatlichen Gruppentraining mit bis zu acht Stunden Unterricht, schaffen die beiden einen geschützten Rahmen, in dem Golfer ohne Leistungsdruck trainieren und kontinuierlich besser werden können. Die Teilnahme kostet nur 69 Euro pro Monat und ist auch ohne Clubmitgliedschaft möglich.