© Manuela Drossard-Peter
GOLF-FITTING IST FÜR FEHLERVERZEIHBARKEIT
von Dominik Zimmermann & Winnie Kollerbaur
Viele Golfer investieren viel Zeit in ihr Training – und nicht selten auch viel
Geld in neue Schläger. Trotzdem bleibt der gewünschte Fortschritt oft aus. Die Schläge streuen, die Länge fehlt, und das Spiel fühlt sich inkonstant an. Was dabei häufig übersehen wird: Wirkliche Verbesserung entsteht meist erst durch die Kombination aus gezieltem Training mit einem Golftrainer und dem passenden Equipment. Denn selbst der beste Schwung kann sein Potenzial nicht entfalten, wenn das Material nicht zum Spieler passt.
Genau hier setzt das sogenannte Golf-Fitting an. Dabei geht es nicht darum, den vermeintlich besten Schläger auf dem Markt zu finden, sondern den richtigen, individuell passenden Schläger für den jeweiligen Spieler. Faktoren wie Körpergröße, Schwunggeschwindigkeit, Treffmoment und persönliche Bewegungsmuster spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ein Fitting ist somit keine Spielerei für Profis, sondern eine individuelle Anpassung, die theoretisch jedem Golfer zugutekommt: für die Fehlerverzeihbarkeit!
Der Unterschied zu einem klassischen Schlägerkauf könnte kaum größer sein. Während im Handel meist Standardmodelle „von der Stange“ verkauft werden, basiert ein Fitting auf Daten, Analyse und systematischem Testen. Anbieter wie der Golf Classics Pro-Shop Thiergarten arbeiten mit mehreren Marken und kombinieren verschiedene
Schlägerköpfe und Schäfte, um die optimale Lösung zu finden. Dabei entstehen unzählige mögliche Kombinationen – entscheidend ist am Ende nicht das Label, sondern die Performance.
Ein typisches Fitting beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Der Spieler schlägt zunächst mit seinem aktuellen Schläger, während moderne Messsysteme Daten wie Ballgeschwindigkeit, Abflugwinkel, Spinrate und Streuung erfassen. Diese Ausgangswerte bilden die Grundlage für alle weiteren Schritte. Schnell wird sichtbar, wo Potenziale liegen – und wo das Material möglicherweise limitiert.
Im nächsten Schritt beginnt die eigentliche Testphase. Unterschiedliche Schäfte, Gewichte, Flexstufen und Schlägerköpfe werden systematisch ausprobiert. Schon kleine Veränderungen können dabei große Auswirkungen haben. Ein leichterer Schaft kann beispielsweise die Schwunggeschwindigkeit erhöhen, während ein anderer Loft für eine stabilere Flugkurve sorgt. Entscheidend ist, dass jede Anpassung messbar ist. Das Bauchgefühl tritt in den Hintergrund, die Daten sprechen eine klare Sprache.
Besonders spannend ist dabei, für wen sich ein Fitting lohnt. Viele gehen davon aus, dass nur sehr gute Spieler davon profitieren. Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall. Gerade ambitionierte Amateure und Hobbygolfer können enorme Fortschritte machen, wenn das Material zu ihrem Spiel passt. Selbst kleinere Fehler im Schwung lassen sich durch die richtige Kombination ausgleichen oder zumindest abmildern.
Auch einige Vorurteile halten sich hartnäckig. Der Gedanke, man müsse erst „gut genug“ sein, bevor sich ein Fitting lohnt, ist ebenso verbreitet wie falsch. Ebenso die Annahme, es handle sich lediglich um eine verkaufsorientierte Maßnahme. In Clubs, etwa im Pro-Shop Thiergarten, leitet oft der Golfprofessional das Fitting, in Werkstätten ein unabhängiger Berater, kein normaler Verkäufer. Das Fitting ist eine eigenständige Dienstleistung, bei der die Analyse im Vordergrund steht, unabhängig davon, ob anschließend Schläger gekauft werden oder nicht. Zeitlich liegt ein Fitting je nach Umfang meist zwischen ein- und zweieinhalb Stunden. Die Kosten bewegen sich in einem Bereich, der im Vergleich zu einem neuen Schlägersatz überschaubar ist, mit dem entscheidenden Unterschied, dass das Ergebnis langfristig spürbar ist.
Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Gutes Golf entsteht nicht allein durch Training – und auch nicht allein durch das richtige Material. Erst die Kombination aus beidem macht den Unterschied. Der passende Schläger unterstützt den Schwung, statt ihn zu behindern, und gibt dem Spieler die Möglichkeit, sein Potenzial tatsächlich auszuschöpfen.
© Manuela Drossard-Peter
© Manuela Drossard-Peter
© Manuela Drossard-Peter